Konzept
Historische Abbildungen zeigen Tirschenreuth als eine Stadt im Wasser. Lediglich die zwei erhöhten Kuppen – die heutige Altstadt und der Ökonomiehof Fischhof – ragten als Inseln aus den riesigen Fischteichen. Die Grundidee des Konzeptes der Gartenschau „Natur in Tirschenreuth 2013“ ist, diese historische Situation im Bereich um die nahezu 300 Jahre alte „Fischhofbrücke“ durch den Neubau des Stadtteiches zu rekonstruieren.
Der Entwurf für den Park basiert auf der Idee dieser einzigartigen, heute jedoch leider „verschütteten“, topographischen und stadträumlichen Grenzen – Altstadtkuppe, Talraum und Fischhofinsel – wieder erlebbar zu gestalten. Dies spiegelt sich in einer klaren Gliederung des Parks wider.
Die Umsetzung.
Unmittelbar an die Stadt schließen die intensiv genutzten „Stadtgärten“ an. Breite Wegekorridore verbinden die vorgelagerten Gärten mit der Stadt. Durch einen großen, attraktiven Platz am See wird der neue Park mit dem historischen Stadtgefüge verwoben.
- Die Talräume des extensiven, naturnahen „Seeparks“ werden bewusst bis zu den Hangkanten, die den Verlauf der historischen Seeufer nachzeichnen, offengehalten.
- Über dem Seepark erhebt sich die „Fischhofinsel“. Die Form der ehemaligen Insel wird durch ein Gartenband betont und somit wieder lesbar.
Neben dieser stadträumlichen Bezugnahme erzählt der Park aber auch Geschichten über die für Tirschenreuth kulturhistorisch bedeutsame Themen wie das Leben im Ökonomiehof, die Fischzucht und das Storchenvorkommen. Diese Themen werden in eine zeitgenössische Bilder- und Formensprache umgesetzt und geben dem Park dadurch eine unverwechselbare Identität.
Tirschenreuth das „Land der 1000 Teiche“ – diese Besonderheit unseres Landstrichs wird für die Besucher der Gartenschau immer wieder erlebbar werden.
Die Highlights.
Stadtteich
Das Herzstück des Konzeptes ist die partielle Wiederherstellung der historischen Situation durch die Neuanlage des Stadtteiches mit einer Größe von rd. 6 ha. Die bisher auf der grünen Wiese stehende Fischhofbrücke wird sich, wie vor Jahrhunderten, mit dem Hintergrund der Stadtsilhouette wieder im Wasser spiegeln. Umgeben wird der neue Stadtteich von einem Rundweg von zwei Kilometer, der von der Altstadt über neu geschaffene Übergänge in wenigen Minuten erreichbar ist.
Stadtgärten
Die Stadtgärten definieren den Übergang von der Stadt zum Park. Dominiert werden die Stadtgärten von einer großzügigen Pergola, von der aus man einen wunderschönen Blick über Staudengärten auf den See genießen kann. Großzügige Wegeachsen vernetzen den Park mit der Stadt und gliedern die Gärten. Hecken und Gehölzgruppen trennen private Hausgärten vom öffentlichen Park. Der Platz am See fügt sich in den Rhythmus der Stadtgärten ein und stellt zugleich den wichtigsten Trittstein von der Stadt zum neuen Park dar.
Platz am See
Die Neugestaltung des ehemaligen Schels-Areals bietet die einmalige Gelegenheit, die Innenstadt mit dem neuen Stadtpark zu verbinden. Wie ein Fenster öffnet der Platz neue Perspektiven in die Landschaft und auf den Fischhof. Sitzstufen ermöglichen den Besuchern einen direkten Zugang zum Wasser.
Die vorgesehene Bebauung ist auf zwei Baukörper, ein Hotel und ein Restaurant, reduziert. Sie geben dem Platz eine bauliche Fassung.
Die städtebaulich wichtige Verbindung Bahnhofstraße-Marktplatz-Lehnerstraße findet hier einen Endpunkt und wird über eine neue Brücke zum Fischhof weitergeführt.
Neue Brücke Altstadt – Fischhof
Die neue Verbindung zwischen Innenstadt und Fischhof ist ein wichtiges funktionales Element und Landmarke zugleich. Sie bietet ihrerseits einen interessanten Aufenthaltsort über dem Wasser.
Der regionale Uferlehrpfad
Die Gestaltung des regionalen Uferlehrpfades ist landschaftlich, zurückhaltend. Der Naturschutz erhält hier den Vorrang. Der Lehrpfad informiert über regionale Besonderheiten, z.B. das Stiftland, touristische Highlights, die Bedeutung der Holzwirtschaft, sowie über das Storchenvorkommen. Die originalen Fischkästen entlang des Philosophenweges werden in das Ausstellungskonzept integriert.
Seepavillons
Als wesentliches Element markieren die Seepavillons den regionalen Uferlehrpfad. In ihrer Gestaltung greifen sie wieder das Leitmotiv des Fischkastens auf. Sie dienen als Standorte für die Besucherinformation sowie als Ruhe- und Aussichtsplätze .
Seebalkon mit Senkgarten
Der süd-westexponierte Bereich des Seebalkons bildet aufgrund seiner Lage zwischen dem Wasser und dem Fischhof den attraktivsten Ort des Parks. Von hier öffnet sich der Blick auf die beeindruckende Stadtsilhouette von Tirschenreuth.
Aus den hier ankommenden Wegen entwickelt sich eine Platzmitte, die durch ein leichtes Versenken besonders betont wird. Dies ermöglicht die Anlage eines „geschützten“, mit Stauden und Gräsern bepflanzten Senkgartens deren formaler Grundriss von Klostergärten inspiriert ist.
Der Senkgarten korrespondiert als grünes Pendant zum steinernen Platz am See auf der anderen Uferseite. Durch das Absenken des Gartens und durch seine Offenhaltung von großen Einbauten und Bäumen bleibt die Sichtbeziehung von der Stadt zum Fischhof ungestört.
Spielplätze
Der Spielplatz „Fischer’s Fritz“ südlich des Schels-Areals bietet vielseitige und ganzjährige Spielmöglichkeiten vor allem für Kinder. Er ist als Wasserspielplatz konzipiert. Die künstlerisch gestalteten Spielgeräte sind Unikate und greifen Bildmotive (Fischzucht) auf.
Der Spielplatz „Fish’n Fun“ am Freibad ist ein Spielplatz mit zeitgemäßen Angeboten für Sport, Spiel und aktionsorientierter Kommunikation für Jugendliche. Wie beim Wasserspielplatz werden bei der künstlerischen Gestaltung der Spielanlage typische Bildmotive der Fischzucht aufgegriffen.
Fischhofinsel
Die steinerne Fischhofbrücke und der ehemalige Ökonomiehof bilden den Mittelpunkt des neuen Seeparks. In einem umlaufenden Gartenband werden Obstgehölze in einer Blumenwiese und während der Gartenschau auch Sommerblumenbeete und Themengärten präsentiert. Eine ca. zwei bis drei Meter hohe Blütenhecke schirmt das historische Ensemble von der Bebauung südlich der Zufahrtsstraße ab und betont zusätzlich die ehemalige Inselform.
Der Fischlehrpfad
Der Fischlehrpfad informiert über die Fischwirtschaftsgebiete und stellt die Verbindung zwischen dem Museumsquartier, dem Haus am Teich mit seinen Großaquarien und dem Seepark dar.

